meine Wohlfühloase

Die Terrasse.

Die Terrasse ist nicht bloß eine bauliche Wohnraumverlängerung nach draußen. Für echte Terrassenliebhaber ist sie nicht nur Rückzugsort, auf der man mit Freunden oder alleine entspannen kann, sondern auch Energiequelle. Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich eine Terrasse durchaus selbst bauen, aber ...

... wenn Sie sich zu jenen Kopfarbeitern zählen, deren vertrautestes Werkzeug die PC-Tastatur und nicht die Säge ist, sollten Sie besser diesem Beispiel folgen.

Eine neue Situation

Sommer 2017 zogen wir in ein Reihenhaus am Stadtrand. Idyllisch, ruhig, fast ein wenig verschlafen, ein kleines Paradies im Grünen mit höchster Lebensqualität. Unsere beiden Kinder spielen fröhlich im Garten, wir Eltern laden Nachbarn zu Kaffee und Kuchen und setzen uns auf die Terrasse. Alles scheint perfekt. Fast alles. Wir bemerken, dass wir auf quadratischen, ausgewaschen grauen Betonplatten sitzen. Eine Situation, die schnell geändert werden muss.


Ehrlichkeit lohnt sich

Jedes Frühjahr stellen sich vermutlich hunderte Menschen die gleichen Fragen: Wie beginne ich? Was brauche ich? Woher bekomm ich’s und wer hilft mir? Ich habe Glück: Über eine Empfehlung mache ich Bekanntschaft mit dem Schauraum des Holzfachhändlers und -liebhabers Gitsche und Terrassenspezialist Markus Wurzer. Bereits mein Gesprächseinstieg ist ein unmissverständliches Statement herausragender Unwissenheit:

„Ich hätte gerne eine Holzterrasse gekauft!“
Der Profi lächelt mich freundlich an und weiß sofort, woran er ist...

„Herr Wurzer, diese laienhafte Frage hören sie nicht zum ersten Mal, oder?“
„Nein, ist aber nicht ungewöhnlich. Ich stelle anfangs grundlegende ­Fragen, um ein Gefühl für die ­Situation zu ­bekommen. Und der Kunde merkt von Antwort zu Antwort, dass nicht ­zwingend seine Geschmacksicherheit entscheidet, sondern die Gegeben­heiten, ob es eine Terrasse mit Holz- oder eine mit WPC-Dielen wird.“

Gut. Ich verrate alle Erstdaten wie ­Länge und Breite der Terrasse, Höhe der Betonplatten, aktuelle Höhe bis zur Terrassentür so genau wie möglich. Um ein optimales Ergebnis zu bekommen, einigen wir uns, die Betonplatten zu entsorgen. Damit erreichen wir den notwendigen Spielraum für einen soliden Holzaufbau.

Abschließend möchte Herr Wurzer noch wissen, ob die Terrasse komplett überdacht und in welche Himmelsrichtung sie ausgerichtet ist. „Nach Westen, und sie ist nicht komplett überdacht. Es stehen rund 1,5 Meter in Richtung Wiese frei“, skizziere ich die Lage.

„Stellen Sie sich nun die Terrasse fertig vor: Welche Ansprüche muss sie erfüllen? Was soll unbedingt vermieden werden?“
„Sie soll nicht so heiß werden, wie unsere Betonplatten“, skandiere ich postwendend, aber das wird ­später noch ein Thema werden. Was sich nicht vermeiden lässt, sind die Zwischen­räume der Dielen, da der Naturbaustoff „Holz“ lebt und Platz zur „Bewegung“ braucht.

Ich grüble, was die Sauberkeit unter den Dielen betrifft. Der Profi nennt ­verschiedene Möglichkeiten, um ­darunter Ordnung halten zu können bzw. Hineingefallenes heraus­zubekommen: „Damit es ­d’runter sauber bleibt, planen wir einfach zwischen Terrassentür und Terrasse einen praktischen Revisionsschacht ein. Das sind zwei bis drei Dielen auf ein Element zusammengefasst, das sich nach Bedarf herausheben lässt. Mit einem Wasserschlauch haben Sie die Möglichkeit, ab und zu kräftig zu reinigen. Man könnte generell die Terrasse in Elementen anlegen, die sich einzeln entfernen lassen. Die Praxis zeigt jedoch, dass diese entweder für eine Person zu schwer werden oder anfangen, sich zu verschieben, was die Optik beeinträchtigt und die Sicherheit gefährdet.“ Was alles zu bedenken ist ...?!

„Betreten Sie die Terrasse barfuß?“
„Unbedingt. Auch unsere ­Kinder. Also bitte auf Splitter oder dergleichen achten.“

„Und wie lange soll die Terrasse halten? 10, 15, 20 Jahre? Die Lebenszeit ist nicht unbegrenzt. Und gleich vorweg: Es ist keine Preisfrage.“
„20 Jahre wären wünschenswert.“

"Die Lebenszeit einer Terrasse ist nicht umbedingt eine Frage des Preises."

„Wie soll die Oberfläche aussehen: glatt oder gerillt? Und was muss sie alles aushalten? Haben Sie einen Hund?“
„Glatt wäre schön. Und nein, Hund ­haben wir keinen. Aber zum einen steht eine Massivholz-­Gartengarnitur drauf und zum anderen spielen die Kinder gerne auf der Terrasse. Es könnten also Kratzer entstehen. Wäre es möglich die Montageschrauben verschwinden zu lassen?“ Auch mein letzter Wunsch ist bei fast allen ­Produkten möglich.

Die Suche nach der Ästhetik

Wir fassen zusammen und gehen den aktuellen Anforderungskatalog ge­meinsam durch. Meine Terrasse soll
1.    nicht zu heiß werden,
2.    geringe Schiefer-/Splittergefahr aufweisen,
3.    eine hohe Lebensdauer haben sowie eine glatte Oberfläche (unsichtbar befestigt)
4.    und eine harte, robuste Oberfläche.

Und die Optik?

Ein gediegener, schicker, farbtreuer Braun­ton soll es sein, der mein „Anwesen“ aufwertet. Bin ich aber bereit, einmal im Jahr 20 Quadratmeter Ter­rasse zu ölen, damit der gewünschte Braunton auch möglichst lange hält? Oder ist es mir egal, wenn die braunen Holzdielen durch die Witterung sukzessive eine graue Patina bekommen, wenn man sie nicht ölt? Grau liegt zwar momentan im Trend, aber ich will das nicht.

Diese klare Entscheidung ist richtungsweisend und disqualifiziert Holz; sie ruft WPC auf den Plan, ein Holz-Kunststoff-Gemisch mit verschiedensten Ober­flächendesigns. In dieser Kategorie finde ich meinen Braunton und das Ölen entfällt.

Während wir zu den Ausstellungs-­Dielen gehen, wird mir eines klar: Hätte ich die Terrasse in Eigenregie versucht zu bauen, ich hätte das Thema klassisch falsch begonnen.

WPC-Terracon – die Symbiose aus Holz und PVC

Terracon vereint das natürliche und heimelige Aussehen von Holz mit der Strapazierfähigkeit sowie Langlebigkeit von PVC. Es splittert und fault nicht und ist gegenüber UV-Strahlen beständig. Darüber hinaus kann man zwischen glatter und gerillter Oberfläche wählen. Wir bewegen uns in Richtung Kunststoffummantelung. Ich suche mir die Terracon WPC-Diele in nussbraun aus – eine WPC-­Diele neuester Generation.

Warum mir Herr Wurzer die Terracon WPC-Diele in nussbraun empfiehlt, ist leicht erklärt: Erstens, meine Terrasse ist nicht ganz überdacht. Das heißt, dass ein Teil davon Regen und Schneefall ausgesetzt ist, es kann zu Wasserrändern kommen. Die Dielen werden deswegen nicht kaputt, sehen allerdings unschön aus. Zweitens, beim Grillen gibt’s Ketchup-­Flecken, die ich nicht sofort ­wegwische. Egal, auch nach zwei Stunden lassen sich die ohne Rück­stände entfernen. Die Terracon WPC-Diele in nussbraun ist eine Massivdiele aus WPC, da kann nichts passieren.

Der Aufbau

Gleich vorweg: Es gibt keine Allround­Lösung für alle Dielen. Es gilt vielmehr der Leitspruch: „Wähle zuerst die Ober­fläche (die Diele) und bleibe dann im dazu passenden System.“ System-­Kombinationen führen irgendwann zu Pass- und eventuell zu Gewähr­leistungsproblemen.

Nachdem meine Wahl auf die Terracon WPC-Diele in nussbraun gefallen ist, resümiert Herr Wurzer: „Sie haben sich für die Terracon WPC-Diele in nussbraun entschieden. Diese Diele ermöglicht mit nur 6,5 Millimeter den kleinsten Zwischenraum bei den WPC-Dielen. Da fällt kaum etwas durch, wodurch Sie sich den Revisionsschacht ersparen könnten.“

Und er ergänzt: „Sie entfernen die Beton­platten von der Terrasse und bauen auf den Rohbeton. Unter die 64 x 30 Millimeter Aluminiumprofile legen wir Gummipads. Das erhöht die Stabilität und den Freiraum für die Reinigung. Die Gesamthöhe des Auf­baus wird zwischen 7 und 8 ­Zentimeter sein.“

Jetzt bin ich doch noch neugierig.

„Sagen Sie, Herr Wurzer, könnte ich meine Wohlfühloase auf die Wiese ausweiten?“
„Wiese nein, Schotter ja. Soll es auf die Wiese gehen, heben Sie das Erdreich ca. 30 bis 40 Zentimeter aus, füllen es mit Schotter an und setzen punktuell Fundament(ziegel)steine, darauf sitzt die Unterkonstruktion. Wichtig ist, dass Sie keinen Rollschotter verwenden, denn der verschiebt sich je nach Belastung. Am besten nehmen Sie einen kantigen bzw. einen so genannten Bruchschotter, der sich ineinander verkeilt und stabil bleibt. Übrigens kann durch den Schotter Wasser ganz gut versickern.“

„Wie groß darf eine Terrasse überhaupt sein? Endlos?“
„Mit Holzdielen könnten Sie quasi ­endlos bauen. Holz ‚arbeitet‘ in die Breite, deshalb auch die Zwischen­räume. Bei WPC ist das anders. Durch den Kunststoffanteil ‚arbeitet‘ WPC kaum messbar in die Breite, aller­dings in die Länge. Ein Beispiel: Eine WPC-Diele mit sechs Metern kann sich um eineinhalb bis zwei Zentimeter in die Länge dehnen. Natürlich führt dabei die aktuelle Wetterlage Regie. Aber diese Umstände setzen einer WPC-Terrasse ihre Grenzen. Die Enden sollen einerseits durch die Dehnung nicht aneinanderstoßen, andererseits sieht ein zu großer Abstand der Dielen nicht schön aus. Hier muss man sich mit zusätzlichen Profilen helfen.“

Nachdem ich jetzt sowohl mit dem Material als auch mit dem Technischen auf Du-und-Du bin und meine umfangreiche Fragenliste lückenlos abgear­beitet ist, sickert die handwerkskluge Chronik meiner Terrasse in mich ein. Kurze Zeit später siegt mein innerer Naturbursch’: Es muss doch eine Holzterrasse sein. Nicht, weil WPC schlecht wäre, nein. Aber Hand aufs Herz: ­Echtes Holz bleibt echtes Holz – ölen hin, graue Patina her.

Wir ordern die zweite Tasse Kaffee und neben dem fachlichen Know-how kann sich Markus Wurzer zwei­felsfrei zwei unverzichtbare ­Tugenden an seine Fahnen heften: Verständnis und Geduld.

Nach einer wahren Begebenheit, Text Hubert Dorninger

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